Es werde Licht - mit dunklen Farben

Ein dunkler Raum braucht helle Farben – Im Gegenteil!

Dunkle Räume in Wohnungen oder Häusern – dass in diesen ausschließlich helle Farben zum Einsatz kommen sollten, um dieses Manko auszugleichen, würden die meisten Menschen wohl ohne zu zögern unterschreiben. Die Überzeugung, dass diese Erkenntnis die Ultima Ratio ist, ist wohl so weit verbreitet, dass man mit Fug und Recht von einer Binsenweisheit sprechen kann. Dass dem so ist, bedeutet allerdings nicht, dass es richtig ist. Ganz im Gegenteil!

Die Wandfarbe Salon Drab von Farrow and Ball ist rot- und gelbbasiert und kann sehr gut mit den rotbasierten Neutraltönen kombiniert werden. Der Boden wurde mit Modern Emulsion in Manor House Gray, einem sehr neutralen Grau, versehen. Das Yeabridge Green der Türen ist ein klares leuchtendes Grasgrün.

Den Einsatz dunkler Farben in kleinen, lichtarmen Räumen in Erwägung zu ziehen, ist alles andere als ein weltfremdes Wagnis. Die Verwendung dunklerer Farbtöne kann wesentlich dramatischere und spannendere Effekte kreieren, als der Versuch, mit Weiß Helligkeit zu generieren. Die grundlegende und an sich auch ganz banale Erkenntnis lautet: Hell wird es durch Licht – natürliches oder künstliches – und nicht durch helle Farben.

Das tiefe Railings ist auf jeden Fall eher ein Blau als ein Schwarz. Wenn Sie wie hier die Holzleisten und den Stuck in derselben Farbe streichen werden die Wände zu einem echten Statement.

Dunkle Farben treten zurück und lassen die Illusion von Raum entstehen. Gezielt eingesetzt, kann zum Beispiel eine einzelne Wand in einem dunklen Farbton ungünstige Raumproportionen ausgleichen. Wie das? Die Experten bedienen sich hier eines optischen Tricks: Ein dunkler und warmer Farbton an der Stirnseite eines länglichen Raums betont die Stirnseite und lässt sie optisch näher wirken. Der Raum erscheint so quadratischer und harmonischer. Wenn auch noch Fenster und Einbauten dunkel gehalten sind, bieten sich zahlreiche Möglichkeiten, spannungsvolle Akzente zu setzten – matte Farben, die vor dunklen Hintergründen schweben, sich schattenhaft absetzende Möbel, Licht hinter der Dunkelheit.

Das bedeutet nun, dass auch und gerade bei Räumen, die nach Norden ausgerichtet sind,  die Verwendung unserer „dunklen Schönheiten“ keinesfalls außer Acht gelassen werden sollte – im Gegenteil!  Ab sofort sollten bei Ihnen dunkle Farben bei der Gestaltung von Räumen mit ungünstigen Lichtverhältnissen von Anfang an in Ihre Überlegungen mit einfließen.

Das Tanner´s Brown der Wandflächen hebt die weißen Elemente hervor.

Eine besondere Stärke von Farrow & Ball ist die exakte Übereinstimmung der Farbtöne und die enorme Farbtongenauigkeit. Der Farbton Plummet wurde hier an der Wand in Estate Emulsion gestrichen, der Heizkörper passt in Estate Eggshell perfekt dazu. Durch die einheitliche Farbgebung der Wandfarbe, des Heizkörpers und der Zierleisten wird eine ruhige und sehr stimmige Wirkung erzielt.

Dunkle Töne wie hier Railings werten Altbauräume enorm auf und lassen alle anderen Farben leuchten. Das Orange des Sofas, das Bild und die weißen Fenster treten deutlich hervor.

Railings wirkt tief und intensiv. Der Raum wirkt trotz der vielen Linien ruhig. Die Tür und die Sockelleiste rahmen den Boden ein und treten hervor.

Das gelbe Bild spingt einem vor der Farbe Inchyra Blue regelrecht entgegen. Der breite Sockel in Vardo bringt etwas Leuchtkraft mit und erzeugt eine phänomenale Stimmmung.

Das Gelb leuchtet vor dem Hague Blue der Wände, die eine edle Tiefe erzeugen. Die Lackarbeiten sind in Manor House Gray abgestimmt. Der Stuck wirkt durch das Strong White frisch und akzentuiert. Diese Kontraste wirken anziehend, können den Raum aber auch optisch verkleinern.

Das Stiffkey Blue ist als Blau eindeutig zu erkennen und wird von Brassica hervorragend umrahmt.

Beobachten Sie einmal in einem weißen Raum mit wenig Licht die Wände und achten Sie auch auf die Wirkung der Schatten an den Wänden und an der Decke. Die Wände wirken hier gar nicht strahlend weiß, obwohl sie weiß sind. Sie wirken grau und trist. Es ist teilweise nicht zu erkennen wo die eine Wand endet und die andere beginnt. Die Raumproportionen verschwimmen. Auch helle, kraftlose Farbtöne können sich nicht durchsetzen. Sie sind oft kaum erkennbar, werden von den Schatten verschluckt  und büßen jeglichen Charakter ein. Ein farbliches Trauerspiel. Räume in Richtung Norden sind daher die größte Herausforderung in puncto Raumgestaltung. Akzeptieren wir, was wir nicht ändern können: In kleine und dunkle Räume gehören kräftige und dunkle Farben. Mit der Kombination von zwei oder drei Farbtönen kann man hier viel erreichen und durch starke Kontraste das Gefühl der Raumarchitektur beeinflussen und den Raum großzügiger erscheinen lassen.

14.06.17